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Wetter & Saison12. Juli 2026

Auf dem Campingplatz während einer Hitzewelle kühl bleiben: so geht's

Auf dem Campingplatz während einer Hitzewelle kühl bleiben: so geht's

Halte dein Zelt kühl, indem du es in den Schatten stellst, es tagsüber geschlossen hältst und morgens früh und abends weit öffnest, und indem du es am Ende des Tages mit Wasser besprühst oder übergießt, damit die Verdunstung den Stoff abkühlt. Halte dich selbst kühl, indem du viel Wasser trinkst (auch ohne Durst), Anstrengung zwischen 12 und 16 Uhr vermeidest und deine Handgelenke und deinen Nacken mit kaltem Wasser kühlst. So bleiben dein Stellplatz und dein Körper erträglich, auch wenn es draußen auf 35 Grad zugeht.

Eine Hitzewelle auf dem Campingplatz fühlt sich schnell an wie Schlafen im Backofen, besonders in einem Zelt, das den ganzen Tag die Sonne einfängt. Mit ein paar einfachen Handgriffen (clever lüften, nass spritzen und rechtzeitig trinken) hältst du deinen Platz und dich selbst trotzdem kühl. Diese Anleitung geht die wichtigsten Tipps durch, gestützt auf Ratschläge des Roten Kreuzes und von Campingexperten.

Schatten und Belüftung: die Grundlage

Der erste Gewinn steckt im Platz selbst. Stelle dein Zelt, Wohnmobil oder deinen Wohnwagen so weit wie möglich in den Schatten, zum Beispiel unter einen Baum oder auf die Seite, wo die Mittagssonne nicht direkt auf die Wand fällt. Gibt es keinen natürlichen Schatten, spanne eine Plane, ein Tarp oder ein Schattentuch über oder neben dein Zelt, damit die Sonne nicht direkt auf den Stoff brennt.

Achte aber darauf, wo du unter einem Baum stehst: Wähle einen gesunden Baum ohne tote Äste und halte bei Sturm oder Gewitter Abstand. Der Schatten wandert mit der Sonne mit, ein Platz, der morgens kühl ist, kann also mittags in der prallen Sonne liegen.

So hältst du dein Zelt kühl

Beim Lüften ist Timing alles. Reiße morgens früh und abends alle Türen, Fenster und Lüftungsöffnungen auf, damit warme Luft entweichen und kühle Luft hereinkommen kann. Schließe das Zelt und das Netz tagsüber (genau wie zu Hause: Fenster und Vorhang auf der Sonnenseite zu), damit die Hitze nicht hineinzieht.

Der bekannteste Trick stammt aus dem NU.nl-Artikel: Besprühe oder übergieße dein Zelt am Ende des Tages mit Wasser. Das verdunstende Wasser entzieht dem Stoff Wärme, wodurch dein Zelt spürbar abkühlt. Eine Pflanzenspritze oder eine leere Sprühflasche verteilt das Wasser in feinen Tropfen, die besser haften als ein Eimer auf einmal. Ein Baumwollzelt atmet zudem besser und speichert weniger Wärme als Polyester; ein verdunkelndes (Blackout-)Zelt hält Licht und Wärme fern.

Dein Körper und das Trinken

Dein Zelt kühl zu halten bringt nichts, wenn du selbst überhitzt. Das Rote Kreuz ist deutlich: Trinke viel, auch wenn du keinen Durst hast, und wähle am besten Wasser. Vermeide Alkohol, denn der trocknet erst recht aus. Kühle deinen Körper, indem du kaltes Wasser über deine Handgelenke laufen lässt oder einen Ventilator benutzt; eine gefrorene Wasserflasche vor dem Ventilator kühlt die Luft zusätzlich.

Schütze deine Haut mit Sonnencreme (alle zwei Stunden erneut), einer Kappe und einer Sonnenbrille und trage luftige Kleidung aus Baumwolle oder Leinen. Behalte Kinder und ältere Menschen besonders im Auge, denn sie sind schneller von Überhitzung bedroht.

Aktivitäten und Essen kühl halten

Plane schwere Anstrengung clever. Das Rote Kreuz rät, zwischen 12 und 16 Uhr, den heißesten Stunden des Tages, nicht Sport zu treiben oder zu schleppen. Mache Radtouren, Wanderungen und den Zeltaufbau lieber früh am Morgen oder gegen Abend, wenn es abkühlt.

Auch dein Essen leidet unter der Hitze. Bewahre verderbliche Produkte in einer guten Kühlbox mit ausreichend Kühlakkus auf, aus der Sonne und am besten im Schatten oder unter dem Vorzelt. Friere nachts Wasserflaschen oder Getränkepäckchen ein, wenn du Strom hast; tagsüber dienen sie als zusätzlicher Kühlakku und als kaltes Getränk, sobald sie auftauen.

Kühler schlafen

Die Nacht ist oft am schwierigsten, weil die Wärme im Stoff hängen bleibt. Tausche deinen dicken Schlafsack gegen ein dünnes Laken oder einen leichten Sommerschlafsack und kühle kurz vor dem Schlafen deinen Nacken und deine Handgelenke mit kaltem Wasser. Lass wo möglich das Netz offen für Durchzug und schalte einen (Akku-)Ventilator für Luftbewegung ein.

Schlafe notfalls etwas später, wenn die Temperatur gesunken ist. Kombiniere das mit dem Nass-Spritz-Trick vom Abend zuvor: ein abgekühltes Zelt plus guter Durchzug macht den Unterschied zwischen Wälzen und Durchschlafen.

Häufig gestellte Fragen

Funktioniert es wirklich, sein Zelt abends nass zu spritzen?+

Ja. Das Wasser, das vom Stoff verdunstet, entzieht dem Zelt Wärme, wodurch es abkühlt. Nutze eine Pflanzenspritze oder Sprühflasche für feine Tropfen; die haften besser als ein Eimer Wasser auf einmal und verdunsten gleichmäßiger.

Sollte ich mein Zelt tagsüber besser öffnen oder schließen?+

Tagsüber auf der Sonnenseite geschlossen halten, genau wie du zu Hause den Vorhang zuziehst, damit die Hitze nicht hineinzieht. Lüfte dafür morgens früh und abends weit, damit warme Luft entweicht und kühle Luft hereinkommt.

Wie viel sollte ich während einer Hitzewelle auf dem Campingplatz trinken?+

Das Rote Kreuz rät, viel zu trinken, auch wenn du keinen Durst hast, am besten Wasser. Vermeide Alkohol, denn er trocknet aus. Halte eine Flasche griffbereit und trinke über den Tag verteilt in kleinen Schlucken.

Welcher Zelttyp bleibt am kühlsten?+

Ein Baumwollzelt atmet besser und speichert weniger Wärme als Polyester. Ein verdunkelndes (Blackout- oder CoolDark-)Zelt hält Licht und Wärme fern und bleibt innen spürbar kühler, ideal, um auch tagsüber darin Schutz zu suchen.

Was mache ich, wenn jemand überhitzt?+

Bringe die Person an einen kühlen, schattigen Ort, lass sie Wasser trinken und kühle die Haut mit kaltem Wasser oder nassen Tüchern an Nacken, Handgelenken und Leisten. Halten die Beschwerden an oder tritt Verwirrtheit auf, rufe einen Arzt oder den Notruf. Kinder und ältere Menschen sind besonders gefährdet.

Quellen

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